Erfolge im Kampfsport hängen nicht nur von Athletik ab. Prinzipien, Respekt und die richtige Taktik tragen Sportler bis ins hohe Alter.
Wer mit Kampfsportarten wie Judo oder Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ) beginnt, schaut oft zuerst auf spektakuläre Griffe oder pure Kraft. Verschiedene Berichte aus der Kampfsportszene verdeutlichen jedoch ein anderes Bild: Nicht bloße Muskelmasse oder das Sammeln einzelner Techniken entscheiden über langfristige Entwicklung, sondern das Verständnis übergeordneter Prinzipien und ein respektvoller Umgang.
Laut BJJ-Schwarzgurt Ryan Hall gleicht ein Kampf zwischen zwei Ungeübten meist einem reinen Zusammenprall. Im Gespräch mit Lex Fridman verglich Hall gutes Jiu-Jitsu dagegen mit einer Philosophie, die sich körperlich ausdrückt. Man lerne, die Kraft des Gegners und des Bodens zu nutzen, anstatt frontal dagegen anzukämpfen – ähnlich wie Wasser, das ein Hindernis umfließt. Für Hall ist das Erlernen von BJJ wie das Lernen einer Sprache: Wer nur einzelne Techniken anhäuft, wird zum reinen Bewegungs-Sammler. Entscheidend sei es, die Zusammenhänge und Grammatik hinter den Positionen zu verstehen.
Dazu passt auch die Beobachtung von Weltmeister Bernardo Faria, dem Betreiber von BJJ Fanatics. Seiner Erfahrung nach sind erfolgreiche Wettkämpfer nicht automatisch gute Trainer. Viele Champions agieren rein instinktiv oder verdanken ihre Siege primär enormer Athletik, können die dahinterliegenden Konzepte aber kaum erklären. Für das Vermitteln und Verstehen der Kampfsportarten zählt daher vor allem die Fähigkeit, Bewegungsprinzipien sauber zu strukturieren.
Kampfsport reicht weit über die rein sportliche Ausführung hinaus. Wie der Judohistoriker Chadi in einem Podcast anmerkte, legt der Judosport traditionell enormen Wert auf Demut und respektvolles Benehmen. Ein provokantes Auftreten abseits des Wettkampfs – wie man es etwa von BJJ-Star Gordon Ryan kenne – würde im institutionalisierten Judo zu Sanktionen führen und Graduierungen blockieren. Wer nach einem Sieg spottet oder Respekt vermissen lässt, scheitert am traditionellen Anforderungsprofil.
Dass diese Haltung ein Leben lang tragen kann, beweist das Beispiel von John „Jack“ Hearn, der im Alter von 103 Jahren verstarb. Der Brite, der 2020 von Guinness World Records als ältester Judotrainer der Welt geführt wurde, unterrichtete über 70 Jahre lang Generationen von Sportlern. Selbst als seine Beine im Alter von 100 Jahren keine aktiven Würfe mehr zuließen, blieb der Träger des 9. Dan als Prüfer und Vortragender aktiv. Judo hielt seinen Geist wach und zeigte ihm, dass man in jedem Alter nützlich für sich und seine Mitmenschen bleiben kann.
Für Freizeitsportler, insbesondere jene abseits der jugendlichen Maximalform, liefern diese Ansichten klare Orientierung:
Das nimmst du mit: Verstehe die physikalischen Prinzipien der Bewegung, statt dich im Sparring auf reine Muskelkraft zu verlassen.
Dieser Artikel wurde automatisch mit KI aus den genannten Quellen erstellt und nicht redaktionell geprüft.