Breite Reifen, aufrechtere Haltung und Federung verdrängen Leichtbau. Wie moderne Ultra-Endurance-Konzepte dein Setup verbessern.
Wer viele Stunden oder gar Tage im Sattel verbringt, merkt schnell: Ein Setup, das auf kurzen Runden spritzig wirkt, kann auf langen Distanzen zermürben. Aktuelle Tests und Entwicklungen im Gravel- und Ultra-Endurance-Bereich zeigen einen deutlichen Trend. Bei langen Fahrten rücken reines Gewicht und reine Aerodynamik immer weiter in den Hintergrund. Stattdessen bestimmen Komfort, Fahrsicherheit und ein ermüdungsfreies Vorankommen die Wahl von Reifenbreite, Cockpit und Zubehör.
Lange Zeit galt bei Schotterfahrten ein schmalerer Reifen als Garant für Schnelligkeit. Die Praxis bei langen Strecken zeichnet mittlerweile ein anderes Bild. Im Rahmen des „Velo Future of Gravel Field Test“ von Velo by Outside wurden moderne Ultra-Endurance-Konzepte unter die Lupe genommen. Räder wie das Factor Sarana bieten eine Reifenfreiheit von bis zu 57 Millimetern, während Modelle wie das Pivot LES SL Drop Bar – im Kern ein Hardtail-Rahmen mit Rennlenker – Platz für bis zu 2,4 Zoll breite Pneus bieten. Als Kontrollbereifung kam in diesen Tests bereits der Schwalbe G-ONE RX in 50 Millimeter Breite zum Einsatz.
Große Reifenquerschnitte federn Unebenheiten spürbar ab und reduzieren die Schläge, die kontinuierlich auf Arme, Rücken und Rumpf wirken. Selbst experimentelle Geometrien wie das von Gravel Cyclist vorgestellte „Tritone“ von Toot Engineering setzen auf riesige Laufräder (dort 32 Zoll), um über den vergrößerten Durchmesser und den langen Radstand mehr Traktion und Dämpfung auf losem Untergrund zu generieren.
Im Windkanal siegen oft extrem schmale Lenker, wie Josh Croxton bei Cyclingnews am Beispiel des Straßenrenners Merida Reacto One analysiert, dessen Griffkörper nur 22,5 Zentimeter auseinanderstehen. Für raues Gelände und Ultra-Distanzen erweist sich dieser aerodynamische Ansatz jedoch als ungeeignet. Im Velo Podcast diskutieren Logan Jones-Wilkins und Josh Ross, warum selbst Profis auf langen Kanten dem Thema Aerodynamik oft weniger Bedeutung beimessen als gedacht.
Auf langen Strecken geht es vor allem um Kontrolle, wenn die Konzentration nachlässt: Das Factor Sarana etwa wird so beschrieben, dass es Fahrfehler verzeiht und eine Haltung ermöglicht, die man über Tage hinweg halten kann. Gleichzeitig rückt die Federung an der Front immer stärker in den Fokus:
Wer Taschen montieren will, muss genau auf den Rahmen schauen. Nicht jeder Rahmen, der für raue Pisten gebaut ist, eignet sich automatisch für jedes Bikepacking-Setup. Am Pivot LES SL bemängelt der Velo-Testbericht beispielsweise das Fehlen von Oberrohr-Befestigungspunkten (Top Tube Mounts). Zudem schränken MTB-Standards wie Boost-Hinterbauten die Auswahl an Kurbeln und rennorientierten Laufrädern ein.
Dagegen punkten reinrassige Ausdauer-Gravelbikes wie das Factor Sarana mit integriertem Rahmenstaufach und flexenden Hinterbauten (Leaf-Spring-Sitzstreben), die ohne mechanischen Dämpfer zusätzlichen Komfort generieren. Mit einem Gesamtgewicht von 9,58 Kilogramm (Factor) bzw. 9,78 Kilogramm (Pivot) wiegen diese Räder zwar mehr als klassische Straßen- oder Leichtbau-Graveler, halten dafür aber Belastungen auf langen Schotterpassagen dauerhaft stand.
Wenn du längere Touren planst, solltest du dich nicht an Gewichtsrekorden oder reinen Windkanalwerten orientieren. Nutze die Reifenfreiheit deines Rahmens möglichst weit aus – Reifen ab 45 bis 50 Millimeter Breite nehmen die Härte aus ruppigen Schotterwegen. Achte beim Cockpit auf eine Lenkerbreite und Griffposition, bei der deine Schultern und Handgelenke nicht verspannen. Federnde Elemente oder breitere Pneus sparen auf Dauer genau die Energie ein, die dir am Ende eines langen Tages fehlt.
Das nimmst du mit: Auf langen Gravel-Runden schlägt Komfort das Gewicht: Nutze breitere Reifen und ein entspanntes Cockpit, um Ermüdung effektiv zu verringern.
Dieser Artikel wurde automatisch mit KI aus den genannten Quellen erstellt und nicht redaktionell geprüft.