Mentale Hürden, Zweifel und knappe Versuche gehören dazu. Was Berichte über Spitzenkletterer über die richtige Herangehensweise an schwere Züge verraten.
Wer an schweren Zügen scheitert, stößt oft nicht nur an physische Grenzen. Ob an anspruchsvollen Felsrouten oder im Wettkampf an der Kunstwand: Die mentale Einstellung entscheidet mit darüber, ob eine Schlüsselstelle gelingt oder Frust entsteht. Aktuelle Berichte aus der Kletterszene zeigen, wie Profis vorgehen, wenn Routen einschüchternd wirken, jahrelanges Üben nötig ist oder die Nerven im entscheidenden Versuch mitspielen müssen.
Selbst weltklasse Kletterer kämpfen mit Einschüchterung. Laut Gripped berichtete die Weltcup-Kletterin Jessica Pilz nach ihrem Durchstieg der Route Hades (5.14d / 9a) in Österreich, dass ihr das Projekt jahrelang im Kopf herumgegangen sei. Sie habe sich lange schlicht zu sehr vor dem Schwierigkeitsgrad gefürchtet, um die Linie überhaupt ernsthaft anzugehen. Als sie sich 2024 an die noch schwerere Route Papichulo (5.15a) wagte, beschrieb sie den mentalen Prozess als emotionale Achterbahn: An Tag eins habe sie wegen der extremen Härte aufgeben wollen, während an Pausentagen ständige Gedankenschleifen über Bewegungsabläufe Nervosität auslösten.
Ähnliche Ausdauer erfordern Boulderprojekte im absoluten Grenzbereich. Elias Iagnemma benötigte für die Erstbegehung von Exodia (vorgeschlagen als V18) in Italien über vier Jahre und 211 Sessions. Wie Lacrux über die Route DNA (9c) in Frankreich berichtet, steckte Seb Bouin vor seinem Durchstieg drei Jahre, rund 150 Tage und über 250 Versuche in das Projekt. Solche Dimensionen verdeutlichen, dass Scheitern bei Projekten am Leistungslimit der Normalzustand ist. Adam Ondra beschrieb seinen Zustand beim Erstbegehen von Silence (9c), als er die Schlüsselstelle passierte: Sein Geist sei vollkommen still gewesen und der Körper entspannt, sodass er sich trotz extremer Härte harmonisch bewegte.
Nicht jedes Projekt lässt sich über Jahre planen; manchmal muss eine Lösung in kürzester Zeit sitzen. Im Wettkampf bouldern Athleten unter hohem Zeit- und Erwartungsdruck. Laut Gripped betonte Max Milne nach dem Halbfinale beim Weltcup in Salt Lake City, man müsse gegen die eigenen Gedanken ankämpfen, um ruhig zu bleiben und nicht an zukünftige Resultate zu denken. Yonatan Katz, der den Wettkampf am letzten Boulder für sich entschied, berichtete, wie er sich vor der finalen Wand warmredete: Vor einer dynamischen Schwungbewegung, an der er schon seit Jahren trainiert hatte, schaltete er nach eigener Aussage im entscheidenden Moment einfach den Kopf aus und zog voll durch.
Dass auch das Lösen von zu hohen Erwartungen helfen kann, schilderte Owen Whaley bei seiner Wiederholung des Boulders Creature From the Black Lagoon (V16) in Colorado. Laut Gripped war er nach mehreren Versuchen bereits müde. Statt zu verkrampfen, ging er mit bewusst reduzierten Erwartungen und einem lockeren Ansatz in den vierten Versuch des Tages – und toppte den Boulder unerwartet.
Auch wenn du dich nicht im neunten Franzosengrad oder in extremen Bouldern bewegst: Die psychologischen Mechanismen sind an der heimischen Kletterwand dieselben. Aus den Erfahrungen der Kletterer lassen sich handfeste Ansätze ableiten:
Das nimmst du mit: Projekte gelingen selten im ersten Anlauf: Nimm den Druck raus, zerlege schwere Züge in Abschnitte und ziehe an der Schlüsselstelle entschlossen durch.
Dieser Artikel wurde automatisch mit KI aus den genannten Quellen erstellt und nicht redaktionell geprüft.