Pacing und Kurventechnik: Was du von den Zeitfahr-Profis lernen kannst

Die Straßen-WM in Montréal zeigt eindrucksvoll, wie wichtig die richtige Renntaktik ist. So nutzt du die Strategien der Profis für dein eigenes Training.

Der Kampf gegen die Uhr gilt als die ehrlichste Disziplin im Radsport. Wer beim Einzelzeitfahren oder auf einer schnellen Solorunde die beste Leistung bringen will, braucht weit mehr als nur reine Muskelkraft. Das haben die Straßenrad-Weltmeisterschaften in Montréal und die Vorbereitungsrennen der Profis eindrucksvoll gezeigt. Ob es das perfekte Pacing, die richtige Kurventechnik oder die mentale Stärke nach Rückschlägen ist – die Strategien der Weltspitze lassen sich hervorragend auf dein eigenes Straßentraining übertragen.

Das Geheimnis des Pacings: Bloß nicht überdrehen

Bei der WM in Kanada stand für die Frauen das längste Einzelzeitfahren ihrer WM-Geschichte auf dem Programm: 39,2 Kilometer, die den Fahrerinnen alles abverlangten. Die deutsche Medaillengewinnerin Franziska Koch, die sich die Bronzemedaille sicherte, betonte laut Berichten von Radsport-News und Team Deutschland, wie entscheidend ihr Pacing-Plan war. Bei einer so langen Distanz darfst du am Anfang nicht zu aufgeregt starten und wertvolle Energie verschwenden. Koch fuhr zwar etwas schneller an, als ihr Trainer es vorgegeben hatte, konnte sich ihre Kräfte aber so einteilen, dass am Ende der Tank komplett leergefahren war.

Auch die Schweizerin Marlen Reusser, die sich an ihrem 35. Geburtstag die Goldmedaille sicherte, demonstrierte perfektes Pacing. Sie überholte während des Rennens sogar die niederländische Mitfavoritin Demi Vollering, die 90 Sekunden vor ihr gestartet war. Vollering nahm es sportlich und analysierte im Anschluss mit ihren Trainern die Leistungsdaten, um zu sehen, ob sie unterwegs irgendwo ungenutzte Körner liegen gelassen hatte. Für dein Training bedeutet das: Starte deine Intervalle oder Zeitfahrstrecken kontrolliert. Wer auf den ersten Kilometern überzieht, verliert hinten raus überproportional viel Zeit.

Kurventechnik und Rhythmus auf technischen Strecken

Ein Zeitfahren wird nicht nur auf den langen Geraden entschieden. Der Parcours in Montréal, der unter anderem über die Formel-1-Rennstrecke führte, bot zwar flache Abschnitte, war aber auch durch extrem technische Kurven geprägt. Weltmeister Remco Evenepoel deklassierte die Konkurrenz und siegte mit fast einer Minute Vorsprung vor Filippo Ganna. Evenepoel wies laut Radsport-News darauf hin, dass Bestwerte auf den Geraden allein nicht reichen, wenn man aus den vielen Kurven nicht wieder optimal herausbeschleunigt. Demi Vollering wiederum stellte fest, dass sie in den Kurven wertvolle Sekunden liegen gelassen hatte.

Für dich heißt das: Arbeite an deiner Kurventechnik. Das Abbremsen und anschließende Beschleunigen kostet enorm viel Kraft. Je flüssiger du eine Kurve durchfährst, desto weniger Energie musst du aufwenden, um wieder auf Reisegeschwindigkeit zu kommen. Das Aufteilen einer langen Strecke in gedankliche Abschnitte – wie es Vollering tat – hilft dir zudem, den Fokus nicht zu verlieren.

Mentale Stärke und das eigene Tempo finden

Wie wichtig der Kopf im Radsport ist, zeigte Marlen Reusser. Nach einer herben Enttäuschung bei der Tour de France Femmes musste sie sich komplett neu motivieren, um in Kanada erneut das Regenbogentrikot zu erobern. Rückschläge gehören zum Sport – entscheidend ist, wie du danach wieder neu startest.

Dass man manchmal auch einfach auf sein eigenes Gefühl vertrauen muss, bewies Mathieu van der Poel bei der Luxemburg-Rundfahrt. Bei seinem historischen 174-Kilometer-Soloritt – laut Sportschau und Cyclingnews der längste Solo-Sieg des Jahrhunderts – gab es ursprünglich keinen großen Plan. Er fand sich nach zwei Kilometern allein an der Spitze wieder und entschied sich, einfach stur sein eigenes Tempo und seine eigenen Wattwerte zu treten, ohne sich vom Feld verrückt machen zu lassen. Wenn du alleine trainierst, versuche nicht, unrealistischen Vorgaben hinterherzujagen, sondern finde deinen eigenen, konstanten Rhythmus, den du über die geplante Distanz halten kannst.

Das nimmst du mit: Teile dir deine Kräfte von Beginn an kontrolliert ein, teile die Strecke mental in Abschnitte auf und arbeite gezielt an deiner Kurventechnik, um wertvollen Schwung mitzunehmen.

Quellen

Dieser Artikel wurde automatisch mit KI aus den genannten Quellen erstellt und nicht redaktionell geprüft.