Komplexe Bewegungsfolgen, gezielte Ruhepositionen und mentale Härte: So lösen Profis extrem schwere Passagen an Fels und Wand.
Wer an der eigenen Leistungsgrenze klettert, kennt das Phänomen: Eine Route oder ein Boulder scheitert selten an der gesamten Wand, sondern an wenigen Zügen. Diese Schlüsselstellen verlangen maximale Konzentration, exaktes Greifen und eine Strategie, die schon vor dem Einstieg beginnt. Berichte über historische und aktuelle Begehungen an Felswänden weltweit zeigen eindrücklich, wie Athleten diese neuralgischen Abschnitte bewältigen.
Ein zentraler Punkt bei der Bewältigung schwerer Züge ist die Bereitschaft, die Bewegungsabfolge an den eigenen Körper anzupassen. Laut einem Bericht von Climbing.com über die Route DNA (9c) im französischen Verdon musste der österreichische Kletterer Jakob Schubert die Lösung von Erstbegeher Sébastien Bouin deutlich verändern. Da Schubert etwas kleiner ist, erwiesen sich bestimmte Züge als extrem reichweitenabhängig. Um die Schlüsselstellen überhaupt klettern zu können, musste er völlig neue Techniken wie Knieklemmer (Kneebars) präzise einstudieren.
Dass man komplexe Sequenzen Schritt für Schritt zerlegen muss, betonen auch Hallen-Routenbauer. Laut einem Beitrag des Magazins Gripped erklären Chef-Routensetzer wie Karlo King und Max Summerlee, dass Kletterer das Lösen einer Route als Puzzle begreifen sollten. Wenn eine spezifische Bewegung gelernt werden soll, hilft es, den Fokus isoliert auf einzelne Züge zu richten, bevor man sie in eine längere Kette einbindet.
Schwere Schlüsselstellen verlangen nicht nur rohe Kraft, sondern absolute Feinarbeit an den Tritten und Griffen. Beim Boulder L’Oppio Dei Climbers (V14) in Italien beschrieb Adam Ondra laut Gripped die Anforderungen als heikle Schnittstelle aus Körperspannung und extrem behutsam gesetzten Klemmern mit Ferse und Zehen. Während Ondra bei seinen Zügen mehrfach den Bodenkontakt mit den Füßen verlor, zeigte Katie Lamb eine derart verfeinerte Bewegungsfolge, dass sie fast ohne Kontrollverlust durchstieg.
Ebenso wichtig wie die Grifftechnik in der Crux ist das Haushalten mit den Kräften davor und danach. Bei der Erstbegehung von Le Chant des Muses (9b) nutzte Sébastien Bouin laut Lacrux nach einem kräftezehrenden Einstiegsüberhang bewusst eine Ruheposition mit Knieklemmer. Erst durch diese Entlastung war es möglich, die darauffolgende fingerkraftlastige 8c+-Sequenz und den weiten Zielzug an einen linken Sloper erfolgreich aneinanderzureihen. Auch Delaney Miller berichtete laut Gripped bei ihrer Begehung von Shadowboxing (5.14d) in Rifle davon, dass erst Untergriffe als Rastpunkte und das Entdecken neuer Knieklemmer den nötigen Vorteil brachten.
Schlüsselstellen fordern auch den Kopf massiv heraus. Oft scheitern Versuche mehrfach an ein und demselben Zug. Jana Švecová fiel am Boulder L’Oppio Dei Climbers am allerletzten Griff völlig ausgepumpt ab, beschrieb den Prozess laut Gripped als emotionale Achterbahnfahrt und schaffte den Durchstieg erst kurz darauf. Ähnlich erging es Delaney Miller bei einer anderen Tour, wo sie achtmal am Ausstiegsboulder fiel, bevor der Durchstieg glückte.
Für dein eigenes Klettern lassen sich aus diesen Beobachtungen klare Ansätze ableiten:
Das nimmst du mit: Passe die Griffabfolge der Schlüsselstelle an deine eigene Anatomie an und nutze jede Pause vor der Crux aktiv zur Entlastung.
Dieser Artikel wurde automatisch mit KI aus den genannten Quellen erstellt und nicht redaktionell geprüft.