Was Amateure vom Pacing der Radprofis lernen können

Von harten Eintagesrennen bis zum Bahnrad-Sprint: Warum die Renneinteilung oft wichtiger ist als Spitzenwerte auf dem Papier.

Wenn du dir Radrennen anschaust, siehst du oft nur das Finale: eine entscheidende Attacke an einer Rampe, ein Zielsprint auf den letzten Metern oder eine hauchdünne Entscheidung im Velodrom. Doch wie diese Momente entstehen, ist fast immer das Ergebnis von Pacing, Renneinteilung und dem Umgang mit Erschöpfung. Aktuelle Analysen und Rennverläufe aus der Profiszene zeigen eindrücklich, dass die schiere Leistung wenig nützt, wenn die Energie zum falschen Zeitpunkt verpufft.

Vorermüdung schlägt absolute Wattwerte

Ein Blick auf die Leistungsdaten der Straßenrennen macht deutlich, wie sehr frühere Anstrengungen das Finale bestimmen. Laut einer Leistungsanalyse von Velo zum Klassiker Il Lombardia verbrannten Fahrer wie der 62 Kilogramm schwere Ben Healy vor dem entscheidenden Anstieg nach Civiglio mehr als 4.800 Kilojoule über eine Strecke von 215 Kilometern und fünf Stunden Renndauer. Das Resultat: Am finalen, elf bis zwölf Minuten langen Anstieg erreichte das Feld keine persönlichen Bestwerte mehr. Selbst der 20-jährige Sieger Paul Seixas siegte nicht durch Rekordwatt, sondern dadurch, dass er die Vorbelastung besser verkraftete als Kontrahenten wie Isaac del Toro, die nach einer langen Saison einbrachen.

Ähnliches zeigt sich bei kürzeren Straßenrennen. Wie Cyclingnews über das Veneto Women berichtete, hielten Teams wie Movistar und Lidl-Trek das Rennen auf den ersten hügeligen Kilometern kontrolliert zusammen. Erst auf der zweiten Passage des Arcugnano-Anstiegs und der kurzen Schlusssteigung am Monte Berico setzte Liane Lippert ihren entscheidenden Solo-Angriff, um sich mit vier Sekunden Vorsprung den Sieg zu sichern. Wer vorher im Wind Körner verschwendet hatte, spielte im Finale keine Rolle mehr.

Bahnradsport: Sekundenbruchteile durch Spezialisierung

Ganz anders sieht die Einteilung auf der Bahn aus, wie die Weltmeisterschaften in Shanghai belegen. Laut Berichten der FAZ und von Team Deutschland holte das deutsche Trio um Clara Schneider, Lea Sophie Friedrich und Pauline Grabosch Bronze im Teamsprint gegen Russland. Dennoch analysierte Friedrich bereits vorab die Schwachstelle: Weil Schneider auf Position eins Zeiten knapp über 19 Sekunden fuhr, während absolute Spitzenzeiten bei 18,6 Sekunden liegen, fehlte von Beginn an eine halbe Sekunde auf China und Großbritannien.

Bundestrainer Jan van Eijden betonte, dass Grabosch als Schlussfahrerin extrem stark war und Friedrich eine gute Übergabe fuhr. Aber der Teamsprint verzeiht keinen verhaltenen Start: Auf Position eins muss die maximale Beschleunigung sofort sitzen, während die folgenden Fahrerinnen das Tempo übernehmen und halten müssen. Hier ist Pacing keine Frage des Sparens über Stunden, sondern eine exakte Zuordnung von Fähigkeiten auf feste Streckenabschnitte.

Das richtige Rad und die eigene Linie wählen

Zur Renneinteilung gehört auch das Drumherum: Taktik, Material und Kopf. Bei der Eneco Tour der Frauen zeigte die ehemalige Eisschnellläuferin Sandrine Tas, dass ein Sprint nicht nur aus Watt besteht. Laut Cyclingnews nutzte sie den Windschatten einer späten Ausreißergruppe und entschied sich im Finale bewusst gegen den Weg ihrer Konkurrentin Charlotte Kool. Während Kool an den Banden eingeklemmt wurde, suchte Tas auf der rechten Seite ihre eigene Linie und sprintete trotz Laktat zum Etappensieg.

Dass Ausdauer auch eine Frage des passenden Equipments ist, bewies Lachlan Morton bei seiner Rekordfahrt auf der historischen Pony-Express-Route. Cyclingnews und Velo berichteten, dass er 3.217 Kilometer in sechs Tagen, 21 Stunden und 15 Minuten bewältigte. Um seine Kräfte auf den wechselnden Untergründen einzuteilen, wechselte er gezielt zwischen Schotterrad, leichtem Rennrad und einem vollgefederten Mountainbike für die technischen Passagen in der Sierra Nevada.

Was du für deine eigene Ausfahrt mitnimmst

Für dein eigenes Training und Jedermannrennen lassen sich aus diesen Beobachtungen klare Schlüsse ziehen:

Das nimmst du mit: Versteife dich nicht auf Watt-Bestwerte am ersten Berg, sondern spare deine Energie konsequent für das Finale auf.

Quellen

Dieser Artikel wurde automatisch mit KI aus den genannten Quellen erstellt und nicht redaktionell geprüft.