Was der Berlin-Marathon Hobbyläufern über Pacing und Sehnen zeigt

Vom Drama an der Weltspitze bis zur Finish-Line: Was Ausdauerläufer aus den Berliner Rennereignissen für Sehnen, Tempowahl und Schuhe lernen können.

Große Marathon-Wochenenden wie in Berlin ziehen regelmäßig Zehntausende in ihren Bann. Bei der 52. Auflage des Berlin-Marathons gingen laut Sportschau 56.187 Menschen an den Start, um die klassischen 42,195 Kilometer zu bewältigen. Die Veranstaltung steht sinnbildlich für Spitzenleistungen, enorme Begeisterung und emotionale Höhepunkte. Gleichzeitig liefern die Ereignisse rund um das Rennen wichtige Lehren für jeden Freizeitsportler – vor allem in puncto Tempowahl, körperliche Belastungsgrenzen und Material.

Körperliche Grenzen: Wenn Sehnen und Knochen streiken

Dass selbst die weltbeste Fitness nicht vor schweren Verletzungen schützt, zeigte sich an der Spitze des Feldes. Die äthiopische Top-Athletin Tigst Assefa lag in Berlin lange Zeit auf Weltrekordkurs. Auf den letzten Kilometern wurde sie jedoch ausgebremst, rettete in 2:11:04 Stunden zwar den Streckenrekord ins Ziel, musste aber direkt danach an der Achillessehne operiert werden. Laut Berichten von puravidasports.africa und ihrem Manager droht ihr eine sechsmonatige Wettkampfpause. Auch im Nachwuchs zeigt sich, wie sensibel der Bewegungsapparat ist: Jakob Dieterich sicherte sich zwar den U23-Gesamtsieg der R5K-Tour am Berliner Marathon-Wochenende, hatte aber zuvor im Sommer einen Ermüdungsbruch erlitten und dadurch deutliche Trainingsausfälle.

Physiotherapeutinnen wie Kassandra Reagan und Kimberly Melvan erklären in Runner's World, warum Sehnen so anfällig sind: Sie verbinden Muskeln mit Knochen und wirken beim Laufen wie Sprungfedern, die beim Aufprall Energie speichern und beim Abstoßen zurückgeben. Gerade die Achillessehne ist zentral für den Vortrieb und die Laufökonomie. Werden diese Strukturen überlastet, drohen langwierige Probleme wie Achillessehnenentzündungen, Schmerzen an der Kniescheibensehne oder Plantarfasziitis. Bei Schmerzen am Bewegungsapparat ist daher stets eine medizinische oder physiotherapeutische Abklärung ratsam, statt Symptome zu ignorieren.

Realistisches Pacing statt Social-Media-Druck

Auf Social Media dominieren oft extreme Aktionen oder Fabelzeiten. Ein Beispiel lieferte die Lauf-Influencerin Maren Schiller, die am Berliner Wochenende zusammen mit Imke Salander dreimal die Marathondistanz (rund 126 Kilometer) in 18 Stunden und 45 Minuten bewältigte. Im RBB-Interview beschrieb Schiller die extreme Erschöpfung, schwere Beine und kognitive Aussetzer. Wer solche Inhalte konsumiert, verliert im Breitensport schnell das Gefühl für normale Maßstäbe.

Die Realität im Hobbysport sieht anders aus: Laut einem Bericht von RunRepeat über US-Rennen aus dem Jahr 2024 liegt die durchschnittliche Marathon-Endzeit bei 4 Stunden und 34 Minuten (Männer im Schnitt 4:24 Stunden, Frauen 4:51 Stunden). Lauftrainerin Jess Movold rät in Runner's World Einsteigern davon ab, sich beim ersten Marathon auf eine starre Zielzeit zu versteifen, da auf 42 Kilometern unvorhersehbare Faktoren auftreten können. Trainerin Jes Woods empfiehlt dennoch eine strukturierte Tempovorgabe, um nicht planlos loszulaufen. Daten von Apple- und Coros-Nutzern belegen zudem, dass ein schrittweiser Aufbau von Wochenumfängen und regelmäßige lange Läufe über 15 Kilometer die Leistungsfähigkeit und die aerobe Haltbarkeit messbar steigern.

Regeln und Schuhwerk nicht vernachlässigen

Auch das Material entscheidet über den Erfolg. Im Wettkampfsport gibt es klare Vorgaben des Weltverbands World Athletics. Wie strikt diese gehandhabt werden, zeigte ein Vorfall bei den Asienspielen: Die Geherin Jasmina Toxanbaiewa wurde laut FAZ über die Marathondistanz nachträglich disqualifiziert und verlor Gold, weil die Sohlendicke ihrer Schuhe das Limit von 40 Millimetern überschritten hatte.

Für das alltägliche Training abseits von Verbandskontrollen bieten Hersteller wie Hoka stark gedämpfte Modelle an (etwa der Bondi 9 mit dickerem Mittelsohlenschaum). Wichtig bleibt jedoch die Faustregel, am Wettkampftag niemals ungetestetes Material einzusetzen. Erfahrungsberichte verdeutlichen auch, dass fehlende Verpflegung – wie das Auslassen von Gels oder ungetestete Getränke an Verpflegungsstellen – selbst gut trainierte Läufer völlig einbrechen lassen kann.

Was Hobbyläufer für das eigene Training mitnehmen

Das nimmst du mit: Erfolgreiches Laufen erfordert Geduld beim Pacing, Respekt vor der Sehnenbelastung und den Verzicht auf ungetestetes Material.

Quellen

Dieser Artikel wurde automatisch mit KI aus den genannten Quellen erstellt und nicht redaktionell geprüft.