Überraschende Siege und bittere Einbrüche in New York zeigen: Geduld und die richtige Taktik schlagen blindes Vorpreschen.
Der New-York-Marathon gilt mit seinen fünf Brücken und den welligen Profilen der fünf Stadtbezirke als taktisch extrem anspruchsvoll. Die diesjährige Ausgabe lieferte eindrucksvolle Lehrstücke darüber, wie entscheidend die Renneinteilung über Sieg, Bestzeit oder ein schmerzhaftes Einbrechen entscheidet. Sowohl absolute Weltklasse-Athleten als auch prominente Quereinsteiger zeigten, was passiert, wenn man zu früh attackiert – oder eben die Geduld behält.
Das Männerrennen verdeutlichte das Prinzip der Zurückhaltung besonders gut. Laut Berichten von Athletics Weekly und Runner’s World blieb das Feld lange dicht beisammen; bei Kilometer 35 lief noch eine 15-köpfige Spitzengruppe zusammen. Der schwedische Debütant Andreas Almgren, der zuvor noch nie die volle Distanz gelaufen war, hielt sich im Windschatten auf. Erst kurz vor Kilometer 40 ging er erstmals an die Spitze und sicherte sich in 2:06:01 Stunden den Sieg vor dem Italiener Yemaneberhan Crippa.
Wie teuer unüberlegte Vorstöße auf dieser Strecke werden können, erlebte der US-Amerikaner Zouhair Talbi. Laut Runner’s World attackierte Talbi zwischen der Halbmarathonmarke und Kilometer 30 mehrfach und riss zeitweise Lücken. Bis Kilometer 40 lag er noch in Schlagdistanz, büßte auf den letzten ansteigenden Metern im Central Park jedoch massiv ein und fiel auf Rang sechs zurück. Er gab im Ziel offen zu, dass er für den frühen Mut am Ende büßen musste.
Dass Renneinteilung ein harter Lernprozess ist, zeigte der frühere Radprofi und Giro-d’Italia-Sieger Tom Dumoulin. Das Magazin Velo berichtete über seinen Auftritt in New York: Bei seinem Debüt im Vorjahr in Amsterdam ging er laut eigener Aussage viel zu schnell an – mit einer ersten Hälfte in 1:09 Stunden und einem Einbruch auf 1:20 Stunden im zweiten Abschnitt samt Krämpfen.
In New York wählte Dumoulin einen kontrollierteren Ansatz. Er teilte sich das Rennen deutlich besser ein und drückte seine persönliche Bestzeit auf 2:27:12 Stunden. Zwar merkte er mit einem Augenzwinkern an, dass er danach eher durch die Straßen schlurfen als gehen werde, die verbesserte Renneinteilung brachte ihm jedoch ein Plus von über zwei Minuten gegenüber seinem vorherigen Marathon ein.
Ein oft unterschätzter Teil des Pacings ist die Streckengeometrie. Das Frauenrennen bot hierfür ein Paradebeispiel: Während Sheila Chepkirui in 2:24:36 Stunden knapp siegte, sicherte sich Jess McClain überraschend Rang zwei in 2:24:42 Stunden, indem sie Vorjahressiegerin Hellen Obiri kurz vor dem Ziel noch abfing. Das US-Magazin Runner’s World hob hervor, dass McClain die Kurven im Central Park exakt auf den Tangenten – also der kürzesten Innenlinie – anlief, während Obiri weite Bögen in der Straßenmitte nahm und dadurch unnötige Extrameter sammelte.
Die Quellen zeichnen hier ein klares Bild: Sowohl Tempogefühl als auch das Einsparen von Wegen summieren sich auf den letzten Kilometern zu entscheidenden Vorteilen.
Die Ereignisse aus New York lassen sich direkt auf die Praxis von Hobbyläufern übertragen. Für deine nächste Vorbereitung und deinen Wettkampf zählen vor allem folgende Punkte:
Das nimmst du mit: Ein Marathon wird erst auf den letzten zehn Kilometern entschieden – wer vorher Geduld bewahrt und Meter spart, kommt schneller ins Ziel.
Dieser Artikel wurde automatisch mit KI aus den genannten Quellen erstellt und nicht redaktionell geprüft.