Von millimetergenauen Griffen bis zur passenden Schicht: Aktuelle Routenbegehungen und Ausrüstungsberichte zeigen, worauf es beim Klettern wirklich ankommt.
Ob an extremen Trad-Routen, schweren Bouldern oder alpinen Mehrseillängen: Wenn Spitzenkletterer von ihren Erfolgen berichten, fällt schnell auf, dass reine Muskelkraft selten die Hauptrolle spielt. Die jüngsten Berichte internationaler Klettermagazine wie Gripped und Climbing.com zeigen eindrücklich, wie stark der Fokus bei den aktuellen Topleistungen auf technischer Präzision, mentaler Gelassenheit und taktischer Planung liegt.
Ein treffendes Beispiel liefert der italienische Kletterer Pietro Vidi bei der zweiten Begehung der 5.15a-Trad-Route Drifter’s Escape in Squamish. Laut Gripped beschrieb Vidi die Linie als extrem komplex: Reine Anstrengung helfe dort nicht weiter, vielmehr gehe es darum, den Körper förmlich fließen zu lassen. Jeder Finger müsse an den Griffen millimetergenau platziert werden, während die Zehen in hauchdünne Vertiefungen geklemmt werden. Erst als er einen Rastpunkt ohne Hände entdeckte und eine alternative Griffabfolge fand, rückte der Durchstieg in greifbare Nähe.
Dass maximale Konzentration auf Bewegungsabläufe essenziell ist, unterstreicht auch der Bericht von Climbing.com über Justin Salas. Der sehbehinderte Kletterer kletterte mit America’s Most Wanted (5.13c) eine Route mit zwei V7-Schlüsselstellen im Dach. Auf dem hellen Kalkstein konnte er Griffe optisch kaum erkennen. Der Erfolg basierte auf akribischem Einstudieren und Auswendiglernen der komplexen Bewegungen, sogenannter Beta.
Auch beim Bouldern zeigt sich ein klares Bild zur Griff- und Bewegungstechnik. Bei der Begehung von No One Mourns the Wicked (V17) in Colorado hielten mehrere Athleten laut Gripped fest, wie enorm die Körperspannung und die Belastung der Unterarme bei kleinsten Leisten sind. Yannick Flohé ordnete den Boulder bei seiner Begehung zwar auf V16 ab, betonte dabei aber, dass sein Durchstieg vor allem ein Kampf gegen Reibungsverhältnisse und trockene Haut an den Fingern war. Katie Lamb wiederum meisterte im österreichischen Maltatal mit Bügeleisen und Hide and Sick gleich zwei schwere V14-Linien an einem Tag. Sie betonte, wie leicht man defensiv klettere, wenn man den eigenen Erwartungen hinterherjage, und wie wichtig es sei, diesen Druck loszulassen.
Neben der Feinmotorik an Griffen und Tritten ist das Risikomanagement ein zentraler Faktor. Vidi entschied sich bei seiner Begehung bewusst dafür, weniger Sicherungsmaterial als der Erstbegeher zu legen, um im ersten Teil der Wand Kraft zu sparen. Das sparte zwar Energie, erhöhte aber den mentalen Druck bei den Versuchen spürbar. Auch Jonathan Siegrist verdeutlichte nach seiner 100. Route ab 5.14d (Video Killed the Radio Star, 5.15b), dass Erfolge oft an den Nerven und dem Umgang mit Frust bei wechselnden Bedingungen hängen.
Damit der Körper bei kühlen Temperaturen leistungsfähig bleibt, spielt zudem die Ausrüstung eine funktionale Rolle. Gripped stellte mit dem Patagonia Nano-Air Light Hoody eine Isolationsschicht vor, die speziell auf die Balance zwischen Atmungsaktivität und Wärmerückhalt bei intensiver Bewegung ausgelegt ist. Das 371 Gramm schwere Modell nutzt 40-Gramm-Isolierung aus recyceltem Polyester, elastisches Ripstop-Gewebe ohne gezielt zugesetztes PFAS sowie klettergurttaugliche Taschen. Es dient dazu, überschüssige Wärme bei harten Zügen entweichen zu lassen, ohne dass die Muskulatur am Standplatz oder in Ruhephasen auskühlt.
Auch wenn sich diese Berichte auf das absolute Spitzenklettern beziehen, gelten die grundlegenden Prinzipien für jedes Niveau in der Kletterhalle oder am Fels:
Das nimmst du mit: Präzises Treffen von Tritten und Griffen sowie ein kühler Kopf sparen an der Wand mehr Kraft als reines Zudrücken.
Dieser Artikel wurde automatisch mit KI aus den genannten Quellen erstellt und nicht redaktionell geprüft.