Was die Straßenrad-WM über Renneinteilung und Verpflegung lehrt

Die Straßen-WM in Montreal zeigte schonungslos, wie Rennstrategie, Pacing und das richtige Timing bei der Verpflegung über Sieg und Niederlage entscheiden.

Bei Weltmeisterschaften auf der Straße treffen maximale Distanzen, harte Rundkurse und ungewohnte Regeln aufeinander. Das Frauenrennen in Montreal über 180 Kilometer lieferte Anschauungsunterricht dafür, was passiert, wenn Taktik, Krafteinteilung und Ernährung in Sekundenbruchteilen aus dem Gleichgewicht geraten. Die Berichte von Radsport-News, Cyclingnews und Velo zeigen übereinstimmend: Selbst absolute Spitzenkräfte stoßen an ihre Grenzen, wenn sie zu früh alles auf eine Karte setzen oder ihren Nachschub falsch timen.

Ein langes Rennen erfordert eine exakte Krafteinteilung. Demi Vollering ging nach einer intensiven Vorarbeit ihres niederländischen Teams 38,5 Kilometer vor dem Ziel am Anstieg Voie Camillien-Houde allein in die Offensive. Wie Velo und Cyclingnews berichten, gab Vollering im Nachhinein offen zu, dass sie ihre Kräfte überschätzt hatte. Ihr Vorsprung pendelte nur zwischen 15 und 22 Sekunden, bis sie wieder eingeholt wurde. Dennoch reichte ihre Kraft am Ende noch für den Zielsprint gegen Kasia Niewiadoma-Phinney.

Auf der anderen Seite steht Ben Healy, der im Vorfeld des Männerrennens gegenüber Velo seine Stärke in langen, gleichmäßigen Ausdauerbelastungen beschrieb. Da ihm die Spitzenleistung für extrem explosive Zwei-Minuten-Antritte fehle, müsse er Rennen früh schwer machen. Auch Elisa Longo Borghini attackierte mutig, wurde aber laut Radsport-News schließlich von einem Krampf ausgebremst. Wer das eigene Limit überschreitet, zahlt am Ende fast immer die Zeche.

Verpflegung ist kein Nebenschauplatz, sondern taktischer Bestandteil des Pacings. Die Schweizerin Marlen Reusser erlebte das auf bittere Weise: Wie sie laut Cyclingnews im Ziel schilderte, war ihr das Essen ausgegangen. Genau in dem Moment, als sie sich am Teamfahrzeug neue Vorräte holen musste, trat Vollering vorn an. Reusser verpasste dadurch die rennentscheidende Gruppe und belegte am Ende Rang vier. Der Zeitpunkt, wann Energie aufgenommen wird, ist genauso wichtig wie die Wattwerte auf dem Tacho.

Zusätzlich wird die Kommunikation durch das WM-Reglement erschwert, da Rennfunk verboten ist. Um den Fahrern dennoch taktische Instruktionen und Verpflegungshinweise zukommen zu lassen, klebte das belgische Nationalteam Zettel mit Anweisungen direkt auf die Trinkflaschen. Remco Evenepoel merkte dazu an, dass man bei zwölf Runden auch zwölf Chancen habe, eine Flasche und damit die Botschaft zu erhalten – solange man keine Übergabe verpasst.

Während die Berichte kaum Details zu Windkanten hergeben, spielten die Kurseigenschaften und die Positionierung im Peloton eine dramatische Rolle. 95 Kilometer vor dem Ziel löste ein schwerer Sturz im Feld eine Teilung aus. Betroffen waren unter anderem Titelverteidigerin Magdeleine Vallieres und Paula Blasi, die das Rennen aufgeben mussten. Das Peloton explodierte später endgültig, als die Niederländerinnen das Tempo anzogen – deutsche Fahrerinnen wie Franziska Koch gerieten dabei ins Hintertreffen, Koch kämpfte sich danach in einem 37-Kilometer-Solo noch auf Platz 10.

Die Ereignisse aus den WM-Rennen lassen sich direkt auf lange Trainingstage und Jedermann-Rennen übertragen:

Das nimmst du mit: Gutes Pacing nützt dir nichts, wenn du das Essen vergisst: Verpflege dich in ruhigen Phasen, bevor das Tempo anzieht.

Quellen

Dieser Artikel wurde automatisch mit KI aus den genannten Quellen erstellt und nicht redaktionell geprüft.