Viel zu früh im Wind, Krämpfe im Finale oder perfekte Teamarbeit: Das WM-Rennen der Profis liefert handfeste Lehren für dein eigenes Pacing.
Das WM-Straßenrennen der Männer im kanadischen Montréal bot Anschauungsunterricht auf höchstem Niveau. Nach über 270 Kilometern und 3.800 Höhenmetern setzte sich der US-Amerikaner Brandon McNulty mit einem Solo-Vorstoß durch, den er rund 32 bis 33 Kilometer vor dem Ziel gestartet hatte. Während McNulty sich mit 13 Sekunden Vorsprung ins Ziel rettete, scheiterten viele der hoch gehandelten Favoriten an taktischen Fehlern, überzogener Härte oder mangelnder Energieeinteilung. Wer als Freizeitsportler bei Jedermann-Rennen, Marathons oder Gran Fondos an den Start geht, kann aus den Berichten der Medien wie Radsport-News und Cyclingnews wichtige Schlüsse für die eigene Renneinteilung ziehen.
Mehrere Quellen zeigen eindrücklich, wie hoch der Preis für frühe Vorstöße sein kann. Mathieu van der Poel und Wout van Aert rissen das Rennen bereits 87 Kilometer vor dem Ziel mit einer Fluchtgruppe auf. Van der Poel erklärte im Nachgang laut Berichten von Cyclingnews, dass er bewusst vor den reinen Kletterern in die Offensive gehen wollte, um am steilen Anstieg der Voie Camillien-Houde nicht abgehängt zu werden. Doch diese offensive Fahrweise forderte ihren Tribut: Van Aert gab später offen zu, dass ihm im weiteren Verlauf völlig die Kräfte schwanden und er die letzte Runde nur noch ins Ziel kroch. Auch die französische Mannschaft investierte enorm viel Arbeit, um das Feld frühzeitig zu zermürben.
Dieser frühe Kraftaufwand rächte sich vor allem beim französischen Hoffnungsträger Paul Seixas. Der 20-Jährige bezeichnete sein Rennen laut Cyclingnews als herbe Enttäuschung und sprach von einem Anfängerfehler: Auf der letzten Runde erlitt er schwere Krämpfe und verlor den Anschluss an die Verfolgergruppe. Tom Pidcock bemerkte dazu treffend, dass die eigene Mannschaft mit dem extrem hohen Anfangstempo letztlich auch die Beine ihres Kapitäns verheizt habe. Wer sich über Stunden im roten Bereich bewegt, riskiert, dass der Körper im entscheidenden Finale schlicht den Dienst versagt.
Auch der Sieger Brandon McNulty bewegte sich auf einem extrem schmalen Grat. In den Ziel-Interviews schilderte er übereinstimmend bei Radsport-News und der Sportschau, wie extrem nah er am körperlichen Einbruch war. Er habe kurz vor Krämpfen und einem Hungerast gestanden und seine Beine fühlten sich wie Nudeln an. Am letzten Anstieg sei er nach eigenen Angaben nur noch in Zone 2 gefahren, um überhaupt noch Vortrieb zu erzeugen. McNultys Vorteil lag darin, dass er seine Fähigkeiten als Zeitfahrer präzise einsetzte und hinter ihm Uneinigkeit herrschte.
Zudem profitierte McNulty von der taktischen Blockade seiner Teamkollegen Matteo Jorgenson und Quinn Simmons. Beide neutralisierten in der Verfolgergruppe die Nachführarbeit von Fahrern wie Pidcock und Giulio Ciccone. Dazu kam nach Angaben von Van der Poel der Umstand, dass bei Weltmeisterschaften ohne Funk gefahren wird, was die Koordination in einer Verfolgergruppe erschwert und Lücken größer werden lässt.
Das Geschehen auf dem Rundkurs von Montréal zeigt deutlich, welche Verhaltensweisen auf langen Strecken funktionieren und welche scheitern. Michael Matthews sicherte sich die Silbermedaille vor allem durch seine Streckenkenntnis und eine defensive Fahrweise. Er erklärte nach dem Rennen, dass ihm seine Erfahrung geholfen habe, genau zu wissen, wo er Kraft sparen und wo er sie investieren musste.
Das nimmst du mit: Teile deine Kräfte defensiv ein und vermeide unnötige Attacken weit vor dem Ziel, damit dir im entscheidenden Finale nicht die Energie ausgeht.
Dieser Artikel wurde automatisch mit KI aus den genannten Quellen erstellt und nicht redaktionell geprüft.