Was Freizeitsportler von den Taktiken der Radprofis lernen können

Wie Lead-Outs, cleveres Hinterradfahren und der richtige Zeitpunkt am Berg Rennen entscheiden – und was du davon für deine Ausfahrten mitnimmst.

Wer Profirennen verfolgt, sieht oft nur die Attacke am steilsten Stück des Berges oder den Zielsprint. Doch der eigentliche Grundstein für den Sieg wird fast immer durch taktische Vorarbeit gelegt. Aktuelle Rennen wie die Straßen-Europameisterschaften in Slowenien und der traditionsreiche Giro dell’Emilia zeigen deutlich: Kaum ein Einzelsieg gelingt ohne gezielten Krafteinsatz, Windschattenarbeit im Team und das richtige Timing für den eigenen Antritt.

Kräfte sparen und Lead-Out: Das Lehrstück der EM

Laut Radsport-News und Cyclingnews zeigte das niederländische Frauen-Team bei der Europameisterschaft in Ljubljana eine taktische Meisterleistung. Demi Vollering sicherte sich den Sieg im Straßenrennen nach einem entscheidenden Antritt am Možjanca-Anstieg knapp 15 Kilometer vor dem Ziel. Dieser Vorstoß war jedoch präzise vorbereitet: Ihre Teamkollegin Puck Pieterse leistete eine lange Führungsarbeit, um das Tempo vor der Attacke hochzuhalten.

Nachdem Vollering davongezogen war, zeigte Pieterse die nächste wichtige taktische Variante: Statt selbst weiter Tempo zu bolzen, setzte sie sich an das Hinterrad der Verfolgerinnen, insbesondere von Kasia Niewiadoma. Pieterse berichtete nach dem Rennen, dass sie sich in der Verfolgergruppe komplett ausruhen konnte, während andere Fahrerinnen wie die herangefahrene Marlen Reusser Nachführarbeit leisten mussten. Das Ergebnis: Pieterse schonte ihre Beine und sicherte sich im Sprint der Verfolger souverän die Silbermedaille hinter ihrer Teamkollegin.

Blockieren und Überraschen am Giro dell’Emilia

Ein ähnliches Muster zeigte sich laut Berichten von Velo und Cyclingnews beim Giro dell’Emilia. Dort attackierte Davide Piganzoli rund 4,8 Kilometer vor dem Ziel in einer Abfahrt vor dem finalen Anstieg zum San Luca. Sein Teamkollege Matteo Jorgenson spielte dabei eine entscheidende Rolle als Bremsklotz für die Konkurrenz. Jorgenson markierte die Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Oscar Onley und Ben Healy und weigerte sich, Führungsarbeit zu übernehmen.

Dadurch entstand in der Verfolgung Uneinigkeit. Die Verfolger kamen zwar auf dem 2,1 Kilometer langen Schlussanstieg noch bis auf wenige Sekunden heran, doch Piganzolis Vorsprung aus der Abfahrt reichte knapp ins Ziel. Das Rennen belegt: Nicht immer gewinnt der rein stärkste Kletterer am Berg, sondern oft der Fahrer, der im richtigen Moment attackiert, während Begleiter die Nachführarbeit stören.

Umgang mit Formtiefs und Streckenprofilen

Dass selbst Top-Athleten an Grenzen stoßen, zeigen die Aussagen von Remco Evenepoel und dem deutschen U23-Fahrer Max Bock nach den Weltmeisterschaften in Montreal. Beide erlebten dort schwierige Tage. Evenepoel erklärte laut Velo und Sporza, dass er trotz guter Werte im Training schlicht einen schlechten Tag beim Straßenrennen erwischt hatte und die Ursache nicht in einer Krankheit lag. Er richtete den Fokus direkt auf die nächste Chance bei der EM.

Max Bock wiederum erklärte gegenüber Radsport-News seinen verpassten Erfolg in Montreal damit, dass ihm das Streckenprofil schlicht nicht lag. Bei der folgenden EM in Slowenien wusste er genau, wo seine Stärken liegen: Seine einzige Chance auf eine Medaille sah der Bergfahrer darin, direkt am Anstieg voll anzugreifen, auch wenn es am Ende im flacheren Schlussteil nur zu Rang vier reichte.

Was du für deine Gruppenfahrten mitnimmst

Auch wenn du keine Meisterschaften fährst, lassen sich diese Prinzipien direkt auf Jedermann-Rennen oder schnelle Gruppenfahrten übertragen:

Das nimmst du mit: Spare Energie konsequent am Hinterrad und nutze Tempowechsel vor Steigungen, um deine Kräfte im Finale optimal auszuspielen.

Quellen

Dieser Artikel wurde automatisch mit KI aus den genannten Quellen erstellt und nicht redaktionell geprüft.