Ob Ausdauer im Boulder oder unpassendes Wetter am Fels: Die Profis zeigen, wie mentale Ruhe, Taktik und Geduld schwere Züge möglich machen.
Wer an der Kletterwand oder am echten Fels an einer Route scheitert, schiebt es schnell auf fehlende Maximalkraft. Doch aktuelle Berichte über harte Begehungen weltweit machen deutlich: Wenn Kletterer an ihrem absoluten Limit unterwegs sind, entscheiden ganz andere Faktoren über Erfolg und Misserfolg. Es geht um akribische Detailarbeit, das Akzeptieren von Rückschlägen und die richtige Taktik im Umgang mit Bedingungen und dem eigenen Körper.
Das Klettern an schweren Projekten erfordert vor allem die Bereitschaft, Routen in winzige Abschnitte zu zerlegen und auf den richtigen Moment zu warten. Laut Gripped berichtete Jorge Díaz-Rullo bei seiner Begehung von Hazel Grace Sit (V15/16) am Gotthardpass, wie stark wechselnde Bedingungen den Prozess beeinflussten. Obwohl er bereits am dritten Tag fast oben war, konnte er an folgenden Tagen wegen schlechterer Verhältnisse kaum die Griffe halten, bis schließlich alles zusammenpasste. Auch Gio Placci kletterte nach dem Wettkampfsommer vier schwere 9a-Routen an vier Tagen, während er auf bessere Bedingungen für sein Hauptprojekt wartete.
Wie viel Zeit manche Linien verlangen, zeigt auch Drew Ruana, der laut Gripped über 100 Sessions in das Projekt Megatron (V17) investierte und die Linie Zug für Zug analysierte. Im Gegensatz dazu benötigte Hamish McArthur fünf Einheiten für seine Wiederholung desselben Boulders und hob dabei die Bedeutung seiner mentalen Vorbereitung und Achtsamkeit hervor. Fanny Gibert wiederum kehrte nach mehreren Jahren und Verletzungspausen zu alten Projekten wie Baboon Master und Scarred for Life zurück. Nachdem sie im Sommer noch mit Hitze und Bewegungsabläufen kämpfte, fand sie über mehrere gezielte Trips hinweg die passende Lösung.
Selbst wenn ein Plan steht, läuft am Fels selten alles glatt. Jakob Schubert schilderte laut Gripped seinen Durchstieg von Mount Doom (V17) nach acht Tagen als extremen Kampf – nicht nur wegen einer Verletzung während des Prozesses, sondern auch, weil zuvor ein Schlüsselgriff ausgebrochen war und die Route um eine zusätzliche schwere Stelle ergänzte. Auch bei La Cadre Original in Céüse veränderten Griffausbrüche den Charakter und die Bewertung der Route über die Jahre spürbar, wie Berichte rund um Manon Hilys Begehung zeigen.
Manchmal rettet schlicht die Fähigkeit, spontan auf Fehler zu reagieren, einen Versuch. Alex Megos berichtete bei der Wiederholung von Rapture of the Deep (9a+) in Australien, dass ihm unmittelbar vor dem weiten Sprung der Fuß abrutschte. Statt aufzugeben, hielt er sich mit einem Arm an der Wand, setzte die Füße neu und zog den Sprung trotzdem durch. Megos betonte dazu, dass man zwar an Schwächen arbeiten müsse, es aber in Schlüsselmomenten entscheidend sei, sich voll auf die eigenen Stärken zu verlassen.
Auch wenn du dich nicht im fünfzehnten Grad bewegst, lässt sich die Herangehensweise der Profis direkt auf dein Klettern und Bouldern in der Halle oder am Fels übertragen:
Das nimmst du mit: Erfolg am Limit entsteht selten im ersten Versuch, sondern durch geduldiges Ausbouldern der Einzelzüge, das Warten auf gute Bedingungen und vollen Fokus im entscheidenden Moment.
Dieser Artikel wurde automatisch mit KI aus den genannten Quellen erstellt und nicht redaktionell geprüft.