Ob Fels oder Halle: Wie Spitzenkletterer mit Zweifeln, Druck und Vorbereitung umgehen – und was du für deine eigenen Routen mitnimmst.
Wer an schwere Kletterprojekte denkt, hat oft extrem trainierte Finger und waghalsige Züge im Kopf. Doch wenn man aktuelle Berichte aus dem Spitzensport betrachtet, entscheidet sich der Durchstieg selten rein über die Physis. Vielmehr sind es die mentale Herangehensweise, der Umgang mit Zweifeln, gezielte Vorbereitung und die Kommunikation am Wandfuß, die Spitzenleistungen erst möglich machen.
Das Schöne daran: Genau diese Prozesse lassen sich eins zu eins auf das eigene Klettern und Bouldern übertragen – ganz gleich, in welchem Schwierigkeitsgrad du gerade unterwegs bist.
Ein wiederkehrendes Muster bei Spitzenleistungen ist, dass selbst absolute Top-Athletinnen nicht frei von Versagensängsten sind. Berichten des Klettermagazins Lacrux zufolge stand Camilla Moroni vor ihrer Begehung der Route „Dreamcatcher“ (9a) in Squamish vor enormen mentalen Hürden. Obwohl sie bereits extrem schwere Touren am Fels geklettert war, hielt sie eine 9a lange für völlig unerreichbar. In den ersten Tagen fühlte sie sich körperlich schlecht und zweifelte, ob sie ihr Ziel zu hoch gesteckt hatte.
Der Durchbruch kam nicht über Nacht: Moroni verbrachte etwa zehn Sessions in der Route und stürzte vier Einheiten lang immer wieder an derselben Schlüsselstelle, bevor minimale Beta-Anpassungen zum Erfolg führten. Auch Jenya Kazbekova, die dieselbe Linie rund ein Jahr nach der Geburt ihrer Tochter kletterte, betonte laut Lacrux, dass sie nie gedacht hätte, diese Chance überhaupt zu bekommen.
Für dich bedeutet das: Selbstzweifel vor einem neuen Projekt sind völlig normal. Entscheidend ist, nicht sofort aufzugeben, wenn sich die ersten Versuche zäh anfühlen, sondern das Problem in kleine, lösbare Sequenzen zu zerlegen.
Dass man an der Wand nie komplett auf sich allein gestellt ist, zeigt sich auf ganz unterschiedliche Weise:
Mentale Stärke bedeutet keineswegs, Risiken zu ignorieren. In einem Erfahrungsbericht auf Climbing.com beschreibt Trad-Kletterin Kaya Lindsay eine Situation in Squamish, in der ihre Partnerin vor einem Zug Angst vor einem Bodensturz äußerte. Anstatt die Angst zu überspielen, sprachen die beiden offen darüber. Lindsay straffte das Seil, gab ruhigen Zuspruch, und der Zug gelang.
Der Bericht unterstreicht, dass saubere Absprachen, geordnete Standplätze und das ehrliche Benennen von Unsicherheiten keine Schwäche sind, sondern die grundlegende Voraussetzung dafür, sich voll auf schwere Züge einlassen zu können. Fehler passieren hingegen schnell, wenn Konzentration und Absicherung vernachlässigt werden – wie Gripped in einer Filmsammlung erwähnte, verletzte sich Boulderer Caleb Robinson in Squamish nach einem unglücklichen Sturz am Bein.
Egal ob dein Ziel eine Hallenroute im fünften Grad oder ein Boulder an deinem persönlichen Limit ist: Übernimm die Routinen der Profis. Geh dein Projekt ohne falschen Stolz an. Frag andere nach ihrer Tritt- und Griffabfolge, schau dir Bewegungsabläufe ab und putze die Griffe. Vor allem aber: Stimme dich offen mit deinen Sicherungspartnern ab. Wenn du weißt, dass am Boden alles passt und Angstgefühle Raum haben dürfen, kannst du dich an der Wand voll auf die Bewegung konzentrieren.
Das nimmst du mit: Echtes Projektieren gelingt, wenn du Zweifel akzeptierst, dir gezielt Tipps holst und dank klarer Absprache beim Sichern den Kopf für die Schlüsselzüge frei hast.
Dieser Artikel wurde automatisch mit KI aus den genannten Quellen erstellt und nicht redaktionell geprüft.