Ob Big Wall, knallharte Züge oder High-End-Bouldern: Die Herangehensweise der Kletter-Elite zeigt, wie wichtig mentale Vorbereitung und Körperspannung sind.
Wer die Berichte über Spitzenleistungen am Fels verfolgt, blickt oft auf schwindelerregende Schwierigkeitsgrade. Doch hinter Begehungen im oberen zehnten oder elften Grad sowie anspruchsvollen Mehrseillängenrouten steckt selten bloße Muskelkraft. Wie das Magazin Gripped in aktuellen Berichten über verschiedene Felskletterinnen dokumentiert, entscheidet am Limit vor allem die mentale Verfassung, die methodische Zerlegung einzelner Passagen und eine präzise Ausrichtung des Körpers.
Mehrere Profis zeigen, dass selbst extrem schwere Züge planbar werden, wenn man den Kopf im Griff behält und geduldig bleibt. Jessica Pilz beschrieb bei ihrer früheren Begehung von Papichulo (5.15a), wie sehr sie das Projektieren an ihre Grenzen brachte: Am ersten Tag wollte sie noch aufgeben, weil sich alles zu schwer anfühlte. Sie lernte erst nach und nach, die Züge und Sequenzen gedanklich an Ruhetagen durchzugehen und die emotionale Anspannung vor den Versuchen zu verarbeiten.
Auch Aleksandra Taistra unterstreicht die Rolle mentaler Disziplin. Bevor sie die Mehrseillängenroute Margarites (5.11d) im Free Solo kletterte, arbeitete sie die Route intensiv im Toprope aus. Für sie erfordert diese Art des Kletterns eine extreme Konzentration und völlige geistige Präsenz – sie warnt allerdings ausdrücklich davor, dass Free Soloing nicht für jeden geeignet ist und rät anderen von Nachahmungsversuchen ab.
Wie wichtig Durchhaltevermögen ist, verdeutlicht zudem das Beispiel von Lauren Berry. Bei ihrer freien Begehung der Route Golden Gate am El Capitan war sie zehn Tage lang in der Wand – statt der geplanten sechs. Trotz beschädigter Hände, Schnittwunden und eines infizierten Fingers hielt sie an ihrem Fokus fest und rief sich vor der letzten schweren Seillänge ins Gedächtnis, alles zu geben, was noch übrig war.
Körperliche Höchstleistung zeigt sich an der Wand vor allem darin, wie Kräfte übertragen werden. Beim Bouldern demonstrierte Oriane Bertone bei der Begehung von The Big Island (V15), wie fein die Abläufe abgestimmt sein müssen. In der dritten Session scheiterte sie an einem einzigen präzisen Trittwechsel, der für den nächsten Griff nötig war, ehe sie das Problem nach akribischer Vorarbeit in fünf Sessions löste.
Ähnliches gilt für technische Crux-Passagen in Mehrseillängen. Bei der Erstbegehung von Fragili Equilibri in der Verdon-Schlucht durch Iris Bielli, Luca Ducoli und Leo Gheza verlangte die Schlüsselstelle (bewertet mit 8b+) extreme Balance. Gheza beschrieb die 15 Meter lange Crux als Kombination aus einem kaum definierten Riss und einer offenen Sintersäule. Hier ging es laut Gheza nicht um reine Maximalkraft, sondern um hohe Präzision und exakte Körperpositionierung, um die Bewegungfolgen überhaupt aneinanderreihen zu können. Bielli stufte die Stelle als körperlich weniger fordernd ein als eine Vergleichsroute, dafür aber als deutlich komplexer.
Diese Einblicke aus den Spitzenbereichen lassen sich direkt auf das normale Training in der Halle oder am Klettergarten übertragen:
Das nimmst du mit: Schwere Kletterstellen knackst du selten mit purer Kraft, sondern mit mentaler Geduld, genauer Trittplatzierung und sauberer Körperspannung.
Dieser Artikel wurde automatisch mit KI aus den genannten Quellen erstellt und nicht redaktionell geprüft.