Kein Klicker, kein Draw-Check erlaubt: World Archery verbietet jede Auszugs-Hilfe. Wie du im Barebow trotzdem einen konsistenten Lösemoment trainierst.
„Ohne Klicker — woher weißt du dann überhaupt, wann du auslösen sollst?" Gute Frage, und World Archery hat sie sogar offiziell beantwortet: Sowohl ein mechanischer Auszugs-Check als auch ein „psychologischer" Auslöse-Trigger widersprechen dem Sinn der Barebow-Regel [1] — beides ist verboten. Dein Signal zum Lösen kommt komplett aus dir selbst.
Bei Recurve übernimmt der Klicker diese Arbeit: ein hörbares Klacken bei exaktem Auszug, das den Schuss automatisch triggert. Im Barebow ersetzt das ein konsistenter Schussprozess und Rhythmus [2] — du lernst, denselben Ablauf jedes Mal identisch zu wiederholen, bis dein Körper von allein weiß, wann der Moment da ist. Trainer beschreiben das Gefühl oft so: ein Ziehen im Rückenmuskel, das anhält, als wolltest du noch weiter ausziehen, gefolgt von einer kurzen Weitung im Brustkorb — erst danach kommt das Lösen [3].
Der entscheidende Unterschied ist internes gegen externes Timing. Bei Recurve triggert ein externes Ereignis (der Klick) den Schuss. Im Barebow triggerst du den Schuss auf Kommando — „command shot" nennt es die Community [2]. Das klingt nach mehr Verantwortung, ist aber auch mehr Kontrolle: Niemand kann dir den Moment falsch timen außer dir selbst.
Gerade auf dem Weg vom Einsteiger- ins Fortgeschrittenen-Niveau ist dieser Guide der letzte große Baustein: Anker, Cant und Pfeilflug sitzen bereits, jetzt geht es nur noch um den einen Moment, in dem alles zusammenkommt.
World Archery verbietet nicht nur physische Auszugs-Checks, sondern auch jede Form von psychologischem Trigger-Mechanismus [1]. Der Grund: Beides würde dir die interne Verantwortung fürs Timing abnehmen — genau das, was Barebow ausmacht.
Leg eine exakte Reihenfolge fest: Ansatz, Anker, Zielbild aufbauen, Rückenspannung, Lösen. Wiederhol diese Reihenfolge bei jedem einzelnen Schuss identisch — dein Rhythmus wird zur Uhr, die früher der Klicker war [2].
Achte auf das Ziehen im Rückenmuskel, das sich anfühlt, als wolltest du weiterziehen, gefolgt von einer kurzen Weitung im Brustkorb [3]. Erst wenn beides da ist, löst du. Das ist ein erlerntes Körpergefühl, kein Zufallsmoment.
Manche Trainer empfehlen, im Training kurzzeitig einen Klicker zu montieren — aber nicht, um beim Klick zu lösen. Halt den Schuss stattdessen noch eine Sekunde nach dem Klick, um die Empfindung des vollen Auszugs bewusst zu speichern [3]. Im Wettkampf bleibt der Klicker natürlich ab.
Übe, den Lösemoment aktiv zu befehlen, statt darauf zu warten, dass „es einfach passiert". Das verhindert das sogenannte Zielschock-Problem (Angst vorm Lösen), bei dem Schützen unbewusst den Auszug verkürzen, um dem Moment auszuweichen.
Ein unkontrollierter, hastiger Lösemoment erhöht das Risiko für Sehnenschlag am Unterarm und für unsauberen Pfeilabgang. Nimm dir bewusst Zeit für den vollen Ablauf und brich den Schuss lieber sauber ab (Auszug lösen, ohne zu schießen), wenn sich das Timing falsch anfühlt oder die Konzentration nachlässt.
Film deine Trainingseinheiten über mehrere Wochen und vergleiche die Zeit vom Vollauszug bis zum Lösen. Schwankt diese Zeit stark, ist dein Rhythmus noch nicht stabil — das ist ein objektiveres Signal als das reine Bauchgefühl.
Train Smart. Play Hard. — und wenn dein Timing sitzt, ist es Zeit, wieder ganz von vorn zu denken: Schau dir noch mal an, was Barebow im Kern von Recurve und Compound unterscheidet, und leg fest, worauf du als Nächstes trainierst.
World Archery hat entschieden, dass sowohl mechanische Auszugs-Checks als auch psychologische Trigger dem Sinn der Regel widersprechen [1]. Barebow soll komplett ohne externe Timing-Hilfe geschossen werden — das Timing kommt allein aus dir.
Über einen festen, identisch wiederholten Schussprozess: Ansatz, Anker, Zielbild, Rückenspannung, Lösen — immer in derselben Reihenfolge [2]. Mit der Zeit übernimmt dieser Rhythmus die Funktion, die früher der Klicker hatte.
Ja, im Training, aber nicht um reflexartig beim Klick zu lösen. Halt den Schuss stattdessen noch eine Sekunde, um das Gefühl des vollen Auszugs bewusst zu speichern [3] — im Wettkampf bleibt der Klicker dann ab.
Der Lösemoment wird von dir aktiv befohlen statt passiv abgewartet — die Community nennt das „command shot" [2]. Es ist das Gegenteil von reflexartigem Lösen und schützt vor Zielschock, bei dem der Auszug unbewusst verkürzt wird.