Entwickle einen sicheren zweiten Aufschlag durch Topspin (Kick) und Slice. Der Kick-Aufschlag fliegt höher über das Netz, springt hoch ab und drängt den Gegner in die Defensive.
## Einleitung Der zweite Aufschlag gilt im Tennis oft als der ultimative Indikator für die mentale Stärke und das technische Fundament eines Spielers. Auf Intermediate-Niveau reicht es nicht mehr aus, den Ball nach einem misslungenen ersten Versuch einfach nur noch »sicher reinzuschieben«. Ein langsamer, gerader zweiter Aufschlag wird von erfahrenen Gegnern gnadenlos attackiert. Die Lösung der DOMISPORTS Academy ist die Entwicklung eines aggressiven, aber hochprozentigen zweiten Aufschlags durch den Einsatz von Topspin (Kick) und Slice [1, 2].
Der Kick-Aufschlag ist aufgrund seiner Flugbahn eine absolute Geheimwaffe: Er fliegt deutlich höher über das Netz (was Doppelfehler drastisch reduziert), taucht stark ins Feld ab und springt nach dem Aufprall extrem hoch in Richtung der gegnerischen Rückhand ab [2-4]. Der Slice-Aufschlag hingegen zeichnet sich durch einen extremen Seitwärtsdrall aus, fliegt flacher und treibt den Gegner, besonders auf schnellen Belägen, weit aus dem Spielfeld heraus [5, 6]. Dieser Guide erklärt dir die biomechanischen Nuancen, um beide Variationen verlässlich abzurufen.
## Was du brauchst Tennisschläger mit Continental-Griff: Ein dicker Griff oder eine falsche Haltung macht diese Aufschläge unmöglich. Einen Korb Bälle: Für das isolierte Training des Ballwurfs. * Ausreichende Schulter- und Rumpfmobilität: Kick-Aufschläge erfordern eine gute Rotation der Brustwirbelsäule (Thoracic Spine) [7].
### 1. Das Fundament: Griff und Ausgangsposition Die absolute Grundlage für jeden Drall-Aufschlag ist der Continental-Griff (Hammergriff) [8, 9]. Ohne diesen Griff kannst du dein Handgelenk (Pronation) nicht flexibel genug einsetzen, um den Schlägerkopf für den starken Vorwärts- oder Seitwärtsdrall extrem zu beschleunigen. Nimm deine gewohnte, leicht geschlossene Fußstellung (Platform oder Pinpoint Stance) an der Grundlinie ein [8].
### 2. Der Ballwurf als Steuerungselement Der kritischste Unterschied zwischen einem geraden Aufschlag, einem Kick und einem Slice ist der Ballwurf (Toss). Für den Kick-Aufschlag: Du wirfst den Ball (als Rechtshänder) leicht über und sogar minimal hinter deinen Kopf (etwa auf 12 Uhr oder über das linke Ohr) [10, 11]. Dieser Wurf zwingt dich dazu, den Ball tief im Rücken zu holen und extrem von unten nach oben zu wischen. Für den Slice-Aufschlag: Der Ballwurf erfolgt weiter vorne und deutlich weiter nach rechts (Richtung 1 bis 2 Uhr) [12]. Dadurch kann sich der Schlägerkörper optimal um die Außenseite des Balles wickeln.
### 3. Bogenspannung (Coiling) und Beinarbeit Um den schweren Effet zu generieren, brauchst du massive Kraft aus dem Unterkörper und dem Rumpf. Gehe tief in die Knie und kippe deine Schulterachse so ab, dass die linke Schulter deutlich höher steht als die rechte [8]. Dein Oberkörper neigt sich leicht rückwärts (Bogenspannung), wodurch die Bauch- und Rückenmuskulatur vorgedehnt wird [13]. Lade dein Gewicht auf das hintere Bein und stoße dich beim Aufwärtsschwung explosiv in die Höhe [8, 11].
### 4. Schlägerpfad (Swing Path) und Treffpunkt Der Kick-Aufschlag: Der Schlägerkopf wird extrem tief in den Rücken fallen gelassen. Von dort aus beschleunigst du ihn steil nach oben und "bürstest" über die Rückseite des Balles – stelle dir vor, du wischst auf einem Ziffernblatt von 7 Uhr nach 1 Uhr (oder 8 Uhr nach 2 Uhr) [11, 14]. Der Slice-Aufschlag: Hier triffst du den Ball nicht so steil von unten, sondern streifst ihn eher an der rechten Seite ("um den Ball herumschneiden"), wodurch die seitliche Rotation (Sidespin) erzeugt wird [14].
## Häufige Fehler - Schultern zu früh öffnen (Kick): Ein fataler Fehler beim Kick-Aufschlag ist es, den Oberkörper im Treffpunkt frontal zum Netz zu drehen. Du musst zwingend seitlich (side-on) bleiben, während du den Ball triffst [14, 15]. Öffnest du die Schultern zu früh, wird aus dem Kick unweigerlich ein flacher Slice-Aufschlag. - Ballwurf beim Kick zu weit vorne: Wenn du den Ball beim Kick-Aufschlag so weit nach vorne wirfst wie beim platten Ersten, fällst du ins Feld und kannst den Ball unmöglich von unten nach oben bürsten. Der Ball landet dann meist direkt im Netz [16]. - Kraft nur aus dem Arm (Muscling): Wer versucht, den massiven Spin durch ein Verkrampfen des Armes zu erzwingen ("stiff arm"), verliert Schlägerkopfgeschwindigkeit und provoziert gravierende Gelenkprobleme [16, 17].
## Sicherheitshinweise Der Kick-Aufschlag erfordert eine unnatürlichere Biegung des Rückens und eine starke externe Rotation der Schulter. Wenn du diese Rotation durch eine rein muskuläre Armbewegung erzwingst und den Unterkörper (Beinstreckung) vernachlässigst, riskierst du akute Schmerzen im unteren Rücken und in der Rotatorenmanschette der Schulter [16, 17]. Die Kraft muss stets aus den Beinen und dem Rumpf ("kinetic chain") generiert werden, die Arbeit für den Arm sollte minimal sein. Wärme deine Brustwirbelsäule (Thoracic Spine) vor dem Aufschlagtraining intensiv auf [7].
## Pro-Tipp Nutze den Kick-Aufschlag intelligent im taktischen Kontext des Matches. Die optimale Kombination im Herrentennis (und fortgeschrittenen Damentennis) ist der Kick-Aufschlag auf die Vorteils-Seite (Ad-Court). Ziele dabei hoch auf die Rückhand deines Gegners [2, 18]. Da der Ball extrem hoch über Schulterhöhe abspringt, ist ein einhändiger Rückhandspieler physikalisch kaum noch in der Lage, Druck aufzubauen. Er muss den Ball verteidigen, was dir sofort im nächsten Schlag das diktierende "Serve+1"-Muster (meist mit der eigenen Vorhand) ermöglicht [2].