Rückhand: Ein- und Zweihändig

Entdecke die Grundlagen der ein- und zweihändigen Rückhand. Der Fokus liegt auf der richtigen Körperdrehung, der Stabilität durch die korrekte Fußstellung und einer kontrollierten, ruhigen Schwungbahn.

Sportart: Tennis · Level: Anfänger

## Einleitung Für viele Tennis-Anfänger stellt die Rückhand zunächst eine größere Herausforderung dar als die Vorhand, da die Bewegung auf der nicht-dominanten Körperseite stattfindet und sich anfangs unnatürlich anfühlen kann. Doch mit der richtigen Technik wird die Rückhand zu einem der verlässlichsten und präzisesten Schläge in deinem Arsenal. In der modernen Tennis-Pädagogik wird unterschieden zwischen der einhändigen und der beidhändigen Rückhand. Beide Varianten haben ihre spezifischen Vorzüge. Die beidhändige Rückhand ist aufgrund der Unterstützung durch die zweite Hand (welche eine stabilisierende Funktion hat) besonders für Anfänger leichter zu kontrollieren und bietet eine hervorragende Kraftübertragung [1, 2]. Die einhändige Rückhand besticht hingegen durch ihre Eleganz und eine größere Reichweite, erfordert aber ein exaktes Timing. Dieser Guide der DOMISPORTS Academy führt dich durch die fundamentalen Phasen beider Rückhand-Techniken, mit einem starken Fokus auf Körperrotation, Balance und eine saubere Schwungbahn.

## Was du brauchst Einen Tennisschläger: Der Griff sollte nicht zu dick sein, damit du bei der beidhändigen Rückhand beide Hände bequem platzieren kannst. Geduld und Körpergefühl: Die Rückhand erfordert anfangs bewusste Koordinationsarbeit, insbesondere was den Einsatz der Schultern angeht.

Schritt für Schritt

### 1. Die richtige Griffhaltung wählen Der Griff ist das Fundament deines Schlages. Die einhändige Rückhand: Hierbei wird der Schläger im klassischen Rückhandgriff (Continental- oder Eastern-Backhand-Griff) gehalten [3]. Die Basis deines Zeigefingers liegt dabei oben auf der vordersten Kante (Bevel 1 oder 2) des Schlägergriffs. Dies erlaubt es dir, die Schlagfläche im Treffpunkt optimal senkrecht zu stellen. Die beidhändige Rückhand: Deine dominante Hand (unten am Griff) hält den Schläger im Continental-Griff. Deine nicht-dominante Hand greift unmittelbar darüber im Eastern-Vorhandgriff (als würdest du mit dieser Hand eine Vorhand schlagen wollen) [1]. Die obere Hand übernimmt bei diesem Schlag die wesentliche Führungs- und Beschleunigungsarbeit, während die untere Hand Stabilität liefert [1, 4].

### 2. Ausholbewegung und Schulterdrehung (Unit Turn) Eine starke Rückhand entsteht nicht aus dem Arm, sondern aus der Rotation des Rumpfes. Sobald du erkennst, dass der Ball auf deine Rückhandseite fliegt, leitest du die Bewegung ein, indem du deinen Oberkörper extrem stark eindrehst, bis deine vordere Schulter zum Netz zeigt [3]. Wichtig: Nimm den Schläger nicht nur mit dem Arm zurück! Deine nicht-dominante Hand (die am Schlägerhals bzw. oben am Griff ruht) hilft dabei, den Schläger nach hinten zu führen und die Schulterdrehung zu erzwingen [3, 5].

### 3. Fußstellung und Gewichtsverlagerung Die Beinarbeit sorgt für die nötige Stabilität. Bei der Rückhand nimmst du in der Regel eine seitliche Schlagstellung (Closed Stance) ein [6]. Setze als Rechtshänder deinen rechten Fuß schräg nach vorne in Richtung des anfliegenden Balles [3]. Beuge deine Knie deutlich [5, 7]. Wenn du den Schlag einleitest, verlagere dein Körpergewicht fließend vom hinteren auf das vordere Bein. Diese Gewichtsverlagerung aus den Beinen ist der Motor deiner Schlagkraft.

### 4. Treffpunkt und flüssiger Ausschwung Lass den Schlägerkopf unter das Niveau des anfliegenden Balles sinken, um ihn von unten nach oben schlagen zu können (für etwas Vorwärtsdrall) [7]. Bei der einhändigen Rückhand: Du triffst den Ball deutlich vor deinem Körper, wobei dein Schlagarm im Moment des Treffpunkts völlig gestreckt ist [8]. Bei der beidhändigen Rückhand: Der Treffpunkt ist ebenfalls vor dem Körper, jedoch sind die Arme oft noch leicht gebeugt. Der Schläger wird durch den Ball geführt und schwingt weit nach oben über deine rechte Schulter aus [9].

## Häufige Fehler - Falscher Griff (Vorhandgriff für die Rückhand): Wer den Schläger bei der einhändigen Rückhand nicht umgreift, kann die Schlagfläche nicht senkrecht stellen und weicht auf unkontrollierte Bewegungen aus [10]. - Mangelnde Schulterdrehung: Wenn der Körper frontal zum Netz bleibt und nur der Arm ausholt, entsteht eine schwache "Stoßbewegung" [11]. - Rücklage beim Schlag: Verlagert sich das Gewicht im Treffpunkt nach hinten anstatt nach vorne, verliert der Schlag an Power und der Ball fliegt unkontrolliert ins Aus [12, 13]. - Seitliche Stellung zu früh aufgegeben: Wenn der Körper (vor allem bei der einhändigen Rückhand) zu früh aufdreht, verreißt man den Schlag [12].

## Sicherheitshinweise Die einhändige Rückhand ist bei falscher Technik eine Hauptursache für den sogenannten Tennisarm (laterale Epicondylitis). Dieser entsteht oft, wenn der Ball zu spät (hinter dem Körper) getroffen wird, der Arm im Treffpunkt stark gebeugt ist und die Bewegung nur durch ein krampfhaftes "Schnappen" des Handgelenks erzeugt wird [2, 12]. Um deine Gelenke zu schonen, ist es essenziell, den Ball früh vor dem Körper mit einem gestreckten Arm (bei der einhändigen Variante) zu treffen und die Kraft aus der Körperrotation und der Gewichtsverlagerung zu generieren. Für absolute Anfänger bietet die beidhändige Rückhand den besten Gelenkschutz.

## Pro-Tipp Ein Geheimnis für eine fantastische Balance bei der einhändigen Rückhand: Während dein dominanter Arm nach vorne durch den Ball schwingt, streckst du deinen nicht-dominanten (freien) Arm exakt in die entgegengesetzte Richtung nach hinten aus [14]. Diese Gegenbewegung verhindert, dass deine Schultern zu früh aufreißen, hält deinen Körper stabil in der seitlichen Position und garantiert einen absolut sauberen, linearen Treffpunkt [14, 15].

Schritt für Schritt

  1. Schritt 1: Die richtige Griffhaltung finden: Lerne den Continental-/Rückhandgriff für die einhändige und den Doppelgriff für die beidhändige Rückhand.
  2. Schritt 2: Schulterdrehung und Ausholbewegung: Nutze die nicht-dominante Hand am Schlägerherz, um den Oberkörper frühzeitig einzudrehen.
  3. Schritt 3: Fußstellung und Gewichtsverlagerung: Setze den vorderen Fuß in Schlagrichtung, um eine stabile, seitliche Position einzunehmen.
  4. Schritt 4: Treffpunkt und Durchschwung: Triff den Ball vor dem Körper und schwinge flüssig in Zielrichtung durch.

Key Takeaways

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