D-Wert, A-Wert, E-Wert: Wie sich deine RSG-Endnote zusammensetzt, warum die Kunstnote RSG von Gerätturnen unterscheidet, plus Zeitregeln.
Direkte Antwort: Deine Endnote in der RSG setzt sich aus drei Teilnoten zusammen — nicht zwei wie im Gerätturnen. Neben Schwierigkeit (D) und Ausführung (E) gibt es einen dritten Wert, der die Sportart von Reck, Barren und Boden unterscheidet: die Kunstnote (A).
Die Formel: Endnote = D-Wert + A-Wert + E-Wert − Abzüge [1]. Der D-Wert hat keine Obergrenze und wächst mit jedem gezeigten Element — er setzt sich aus Körperschwierigkeit (Body Difficulty) und Gerätschwierigkeit (Apparatus Difficulty) zusammen, die addiert werden [2]. A- und E-Wert starten dagegen bei 10,0 Punkten und werden durch Abzüge reduziert [1].
Zur Einordnung, warum das anders ist als im Gerätturnen: Dort bewertet ein zweiköpfiges System nur Schwierigkeit und Ausführung — die künstlerische Qualität fließt höchstens indirekt in die Ausführungsnote ein. In der RSG bewerten dagegen eigene A-Kampfrichterinnen speziell Choreografie, Musikinterpretation und künstlerische Beherrschung [3] — ein eigenständiges Bewertungssystem für genau das, was RSG von anderen Turndisziplinen abhebt.
D (Difficulty) misst, WAS du zeigst — Körper- und Gerätschwierigkeiten ohne Deckel nach oben [2]. A (Artistry) misst, WIE die Kür als Ganzes wirkt — Musik, Komposition, künstlerische Idee. E (Execution) misst, WIE SAUBER du es ausführst — jeder Wackler, jeder verpasste Fang kostet hier [1].
Da der D-Wert nach oben offen ist, lohnt sich mehr Schwierigkeit — aber nur, wenn die Ausführung mithält. Ein hoher D-Wert mit schlechter E-Note bringt am Ende weniger als ein moderater D-Wert, sauber geturnt.
Die A-Note ist kein Nebenschauplatz — sie startet bei 10,0 und wird eigenständig bewertet [3]. Choreografie, Raumausnutzung und die Verbindung zwischen Musik und Bewegung zählen hier genauso wie technische Elemente in der D-Wertung.
Individualküren müssen zwischen 1:15 und 1:30 Minuten dauern [4]. Jede volle Sekunde außerhalb dieses Fensters kostet 0,05 Punkte — bei knappen Wettkämpfen entscheidet das über Platzierungen.
Eine Einleitung ohne Bewegung ist bis zu vier Sekunden toleriert, danach gibt es 0,30 Punkte Abzug [5]. Choreografien werden deshalb so gebaut, dass die erste Bewegung fast zeitgleich mit dem ersten Ton kommt.
Der Ehrgeiz, den D-Wert schnell zu steigern, verleitet manchmal dazu, neue Schwierigkeitselemente vor der eigentlichen Reife einzubauen — genau das erhöht das Verletzungsrisiko, ohne die Endnote wirklich zu verbessern, wenn die Ausführung darunter leidet. Steiger Schwierigkeit immer erst, wenn die Basis sicher sitzt.
Schau dir bei internationalen Wettkämpfen gezielt Küren an, deren A-Wert ungewöhnlich hoch ist, nicht nur die mit dem höchsten D-Wert. Du lernst dort mehr über Raumnutzung, Musikphrasierung und Übergänge als bei reinen Schwierigkeitsdemonstrationen.
Wenn du selbst Küren choreografierst oder choreografieren lässt, notier dir für jede der drei Teilnoten getrennt, wo Punkte verloren gehen. So siehst du schnell, ob ein schwacher D-Wert, eine unruhige A-Wirkung oder unsaubere E-Ausführung dein größter Hebel für die nächste Saison ist.
Aus drei Teilnoten: D-Wert (Schwierigkeit, ohne Obergrenze), A-Wert (Kunst, startet bei 10,0) und E-Wert (Ausführung, startet bei 10,0), abzüglich Abzügen [1]. Das unterscheidet RSG von Gerätturnen, wo nur Schwierigkeit und Ausführung gewertet werden.
Zwischen 1:15 und 1:30 Minuten [4]. Jede volle Sekunde außerhalb dieses Fensters kostet 0,05 Punkte Abzug — bei engen Wettkämpfen kann das über Medaillen entscheiden.
Bis zu vier Sekunden Einleitung ohne Bewegung sind erlaubt, danach gibt es 0,30 Punkte Abzug [5]. Die meisten Choreografien beginnen deshalb fast im selben Moment wie die Musik, oft schon mit der ersten Zählzeit.
Nur, wenn die Ausführung mithält. Ein sehr hoher D-Wert mit vielen Ausführungsfehlern bringt am Ende oft weniger Punkte als eine sauber geturnte Kür mit moderater Schwierigkeit [1][2] — Trainer:innen wägen das bei der Kürplanung deshalb bewusst gegeneinander ab.